Wurmprävention

Wurmprävention


 

Wurmbefall, Wurmprävention und Entwurmung sind Themen, die jeden Pferdebesitzer etwas angehen. Viel zu oft wird die Thematik auf die leichte SChulter genommen und dem Stallbetreiber überlassen - besonders wenn es um die Häufigkeit und die gewählten Präparate zur Entwurmung geht.


Häufig wird in Regelmäßigen Abständen chemisch entwurmt, obwohl  nichtmal gewiss ist, ob das Pferd übermäßig verwurmt ist. Ohne Kotprobe ist nicht oder kaum feststellbar, wie hoch der Grad der tatsächlichen Verwurmung ist. Eine Kotprobe müßte mindestens an drei aufeinander folgenden Tagen kontrolliert werden, manche Fachleute raten auch, an 10 Tagen hintereinander den Kot zu überprüfen. Nur so kann der Grad der Verwurmung korrekt ausgewertet werden. Aus diesem Grund wird sehr häufig "auf gut Glück" entwurmt. Auch die Kontrollprobe (zweite Probe) wird häufig viel zu früh gemacht: Nach 10 oder 14 Tagen ist die Probe noch nicht aussagekräftig. Vernünftige Ergebnisse erhält man frühstens nach 4 Wochen, denn erst dann schlüpft (je nach Wurmart) die nächste Generation aus verbliebenen Eiern


Doch was passiert bei einer chemischen Entwurmung? Durch die chemische Wurmkur werden ein Großteil der Parasiten angegriffen und ausgeschieden. Gleichzeitig leiden aber auch die wertvollen und  notwendigen Darmbakterien unter diesem Angriff. Das Darmmilieu wird enorm gestört. Viele Pferde reagieren mit Kotwasser, Durchfall, manche sogar mit Koliken. Bei einigen sensiblen PFerden lassen sich nach der Wurmkur rote Ringe im Hufhorn finden, oder sogar Einschnürungen, wenn nicht sogar ein Rehe-schub. Achten Sie doch einmal genau auf den Zustand Ihres Pferdes nach einer Wurmkur.


Eine Wurmkur ist aber keine Garantie für die nächsten drei oder vier Monate. Gleich nach der Wurmkur besiedeln erste Parasiten den Darm erneut. Einige überleben sogar den Angriff der Wurmkur. Eine Vorbeugung ist nicht möglich. Eine gewisse Verwurmung ist sogar völlig natürlich, und läßt sich in keinster Weise verhindern. Man unterscheidet zwischen leichter, mittlerer und starker Verwurmung. Doch wie können Wildpferde überleben, obwohl sie niemals eine Wurmkur erhalten haben? Jaime Jackson (amerikan. Wildpferdeforscher) beobachtete sogar, daß sich wilde Artgenossen gegenseitig die Dassellarven von den Beinen knabberten...


Was kann man also tun um das Pferd präventiv vor starker Verwurmung zu schützen?

Der Darmbakterien des Pferdes sorgen für eine reibungslose Verdauung und sind ohne das Pferd nicht lebensfähig. Auch das Pferd ist auf die Darmbaktieren angewiesen. Wird dieses Milieu nur leicht gestört, wirkt sich das sofort auf die Gesundheit des Pferdes aus. Eine gestörte Darmflora ist Auslöser für ein geschwächtes Immunsystem, Stoffwechselprobleme, allgemeine Anfälligkeit gegen Parasiten, Schuppen, Kotwasser, Durchfall, Hufprobleme, Hautprobleme jeglicher Art, etc.... Wie wird die Darmflora gestört? Falsches Futter, schlechtes oder schimmeliges Futter, Pilzbelastungen, zu hoher  Zuckergehalt im Futter, große Getreidemengen, Stress, synthetische Vitamine und MIneralien, Medikamente (besonders Antibiotika (wirkt gegen Baktieren, egal ob "Gute" oder "schlechte"), Kortison, Wurmkuren etc. 


Ist das Darmmilieu geschwächt oder sogar krank, ist es schutzlos gegen Angriffe ausgeliefert. Bakterien, Parasiten, Viren haben leichtes Spiel. Das gilt auch für Würmer.

Stärken Sie also den Organismus so gut wie möglich durch artgerechte Fütterung und hochwertiges Futter. Vermeiden Sie besonders Medikamente, auch Wurmkuren belasten die Darmflora stark. Sollten Sie doch einmal Medikamente verwenden müssen, bauen Sie danach die Darmflora unbedingt wieder auf!


Wir haben hier einige Anregungen gesammelt, wie man das Pferd auf natürlichem Wege VOR oder GEGEN Würmer schützen kann. (Kein Anspruch auf Richtigkeit, wenn Sie unsicher sind, fragen Sie bitte Ihren Tierarzt oder Heilpraktiker)


- Tannine wirken entwurmend (geben Sie Ihrem Pferd im Herbst TAnnenzweige zu knabbern - aber keine Edeltannen).

- geschrotene Hagebutten (ganz). Würmer mögen keine Hagebuttenkerne. Täglich 3 EL geschrotene Hagebutten mit Kerne ins Futter geben oder aus der Hand füttern. Es gelten unterschiedliche Angaben zur Dauer: ca. 10 Tage bis 20 Tage.

- Strahlenlose Kamillie (milde, wurmtreibende Wirkung)

- Meerettich (treibt Dassellarven aus)

- Propoliskur (natürliches Kittharz der Bienen, wirkt antibiotisch und stärkt das Immunsystem), Dauer ca. 10 Tage

- verschiedene Kräutermischungen (Verm - X, Verm - Exil) 

- regelmäßiges Absammeln aller Flächen

- Verwendung von EMa (effektive Mikroorganismen übers Futter / Trinkwasser)

- Stärkung des Immunsystems (das beginnt immer im Darm)

- gesunde Darmflora (bedachter Umgang mit Medikamenten, Kraftfutter, Zusatzfutter, Vermeidung von Stress, Pilzbelastungen, Toxine etc)

- Vorsicht beim Stallwechsel (Turnier, Kurse): Hier ist der Organismus fremden Erregern ausgesetzt, gegen die er nicht gewappnet ist. Oft kommen die Pferde mit einem Wurmbefall zurück. Stärken Sie das Immunsystem vor dem Stallwechsel.


Zu diesem Thema empfehlen wir auch das Buch von Melany Clahsen "Gesunde Pferde"